Luci serene e chiare zeichnet die Entwicklung des italienischen Madrigals von
seinen frühesten Anfängen bis zum Beginn des Barock nach. Das Programm eröffnet
mit Petrarcas „O passi sparsi“ in der Vertonung von Sebastiano Festa, dessen
vierstimmiger Satz noch an die Frottola erinnert und zugleich eine neue
Sensibilität für den poetischen Ausdruck erkennen lässt. Madrigale von Philippe
Verdelot und Jacques Arcadelt vertiefen diese Intimität und geben Zärtlichkeit
und persönlicher Empfindung eine Stimme.
Mit Maddalena Casulana und Giovanni Pierluigi da Palestrina gewinnt das
fünfstimmige Madrigal an Farbe, rhetorischer Tiefe und Raffinesse; Casulana
ragt dabei durch ihre kühne Erfindungskraft und ihre historische Bedeutung als
erste Frau hervor, die ein Musikbuch unter eigenem Namen veröffentlichte. Neu
komponierte Diminutionen für Renaissance-Traversflöte von Amanda Markwick
würdigen Casulanas mutigen Geist, indem sie improvisatorische Linien zwischen
Stimmen und Laute verweben.
Die Reise kulminiert in den Madrigalen von Claudio Monteverdi und Barbara Strozzi,
in denen der Text zur dramatischen Kraft wird und das Madrigal seine volle
Ausdrucksfreiheit erreicht – ein Lichtstrahl auf ein Jahrhundert, in dem die
Poesie die musikalische Fantasie entfachte.
Sebastiano Festa: O passi sparsi
Philippe Verdelot: Fuggi fuggi cor mio
Giovanni Pierluigi da Palestrina: Rime, dai sospir miei nate e dal pianto
Maddalena Casulana: Ridon’ hor per le piagge
Claudio Monteverdi: Luci serene e chiare u.v.m.
Angela Postweiler – Sopran
Sarah Fuhs – Sopran
Korneel Van Neste – Alt
Stephan Gähler – Tenor
Jorge Escutia – Bass
Amanda Markwick – Renaissance-Traversflöte
Magnus Andersson – Laute & Theorbe
Eintritt 25 / 20
Veranstaltungsort
Kapelle Schloss Seehaus
Kapelle Schloss Seehaus